Kurzinterview mit Alexander Freitag

Du willst in Zukunft die Interessen von radikal:klima in der Bezirksverordneten­versammlung Berlin Mitte vertreten. Was hat dich zu dem Schritt bewogen?

Pressefoto Alexander Freitag
Foto: Jan Kürvers

Mein Interesse und Einsatz für Natur und Umwelt haben mich zu radikal:klima geführt. Tatsächlich reicht mein Engagement für unsere Umwelt bis weit in die Schulzeit zurück. Ab der siebten Jahrgangsstufe war ich Umweltbeauftragter meiner Klasse. Auch in der Bezirksverordnetenversammlung habe ich Umwelthemen eingebracht. Daher hatte ich teilweise das Gefühl, „grüner“ als die Grünen zu sein. Was uns zu radikal:klima führt. Nach einigen Schnupperwochen bin ich mir sicher, dass radikal:klima den Ehrgeiz hat, Berlin in eine klimapositive Stadt zu verwandeln. Ein weiterer wichtiger Faktor für mich sind die Menschen in der Partei. Oder anders: Eine Partei wird aus Leuten gebildet. Umgangsformen, Hierarchie und Spirit geben einer Partei ein Lebensgefühl und das ist hervorragend bei radikal:klima.

Was hat r:k, was die PIRATEN nicht haben?

Die PIRATEN hatten um 2011 sehr gute Ideen, was die Digitalisierung betrifft. Insbesondere in der momentanen Corona-Krise sehen wir, welche Auswirkungen es hat, wenn Schule und Verwaltung nur mäßig digitalisiert sind. Was den PIRATEN fehlt sind allerdings zwei Dinge: Erstens, Aktualität. Schon seit 2013 sind die PIRATEN nicht mehr zeitgemäß, es fehlt an Ideen zu aktuellen Herausforderungen, wie etwa zur Klimaveränderung. Zweitens, Lebensgefühl. 2013 hat sich das oben erwähnte Lebensgefühl zum Schlechteren gewandelt.

Wie schätzt du die Erfolgsaussichten von r:k bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin kommenden Herbst ein?

Das kommt darauf an, wie wir Erfolg definieren. Den Einzug ins Abgeordnetenhaus halte ich für absolut möglich. Das Klima-Thema ist dringend, keine Partei kümmert sich wirklich darum und radikal:klima bietet die Lösung an. Bleiben unsere Parteimitglieder weiterhin so am Ball, werden wir den Einzug in Berlin sicher schaffen und die Stadt auf Kurs bringen.

Hat Klimapolitik auch auf Bundesebene eine Chance zum Topthema zu werden – auch abseits von Bündnis 90/Die Grünen?

Ich finde, Klimapolitik ist bereits jetzt in der Bevölkerung ein Topthema auf Bundesebene. Was wir brauchen, sind Minister und Abgeordnete, welche die Ideen zum Klimaschutz in Tatkraft transformieren. Derzeit sind radikal:klima und die Klimalisten noch lokale Phänomene. Eine Fraktion von uns im Bundestag würde Deutschland in Klima-Themen voranbringen.

Du hast Verkehrswesen und Fahrzeugtechnik studiert. Was sind deine Vorstellungen für eine klimagerechte Verkehrswende in der Hauptstadt?

Pressefoto Alexander Freitag
Foto: Jan Kürvers

Die Frage ist spannend, denn im Prinzip wissen die Leute auch ohne Studium, was gut für sie und die Stadt ist: Mehr Fahrrad und mehr ÖPNV. Mein Fachgebiet im Studium ist die Eisenbahn, daher überrascht es sicher niemanden, wenn ich die Stadt am liebsten bis 2030 mit Straßen- und U-Bahnen zubauen würde. Jedoch wäre das unrealistisch. Verfahren zum Bau von Strecken und Fahrzeugen brauchen viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte. Hier müssen Zeiten verkürzt werden. Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach das Fehlen eines echten Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes. Die Maßnahmen der grünen Verkehrssenatorin sind daher ungerichtet und ohne wirkliche Einbeziehung der Bezirke. Einen echten Transformationswillen, der Autofahrende nicht nur bestraft, sondern mit ins Boot holt, kann ich derzeit nicht erkennen. Eine Verkehrswende für die Menschen ist automatisch eine für das Klima! 

Holst du deinen bisherigen BVV-Kollegen von den PIRATEN, Michael Konrad, auch noch mit ins r:k-Boot?

Wir haben über meinen Eintritt zu radikal:klima diskutiert, das war ich Michael nach Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit schuldig. Michaels Pläne sind seine Privatsache, die sollte er nur selbst publik machen. Ich wünsche Michael auf alle Fälle viel Erfolg bei seiner weiteren politischen Arbeit. Weiterhin hoffe ich auf gute Zusammenarbeit in der verbleibenden Legislaturperiode.

Das Interview führte Katarina Heidrich.

Pressekontakt

Der partizipative klimaplan

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