Nicht bis danni…bis sehr bald!

Am 8. Dezember konnten wir bundesweit in der medialen Berichterstattung wahrnehmen, dass die Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst abgeschlossen seien. Und tatsächlich war das letzte Barrio Oben im Laufe des Montags von der Polizei geräumt und weitere gesunde Bäume gefällt worden. 

Doch wer denkt, der Protest und Kampf um den Danni wären damit vorbei, der irrt und fällt auf die Kommunikationsstrategie der Planungsgesellschaft herein. Bis zum Ende der Rodungssaison im Februar sollen weitere 70 Hektar gesunder Mischwald, dreimal so viel wie die jetzt geschlagene Schneise, für Zufahrtswege, Raststätten und Parkplätze der A49 gerodet werden. Im Gegenzug wird auf juristischer Ebene eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof wegen eklatanter Verstöße gegen die Wasserrahmenrichtlinien vorbereitet. Und das bedeutet für uns als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung, dass wir uns den Rodungsarbeiten weiterhin entschlossen entgegenstellen werden. 

Klar ist aber auch, dass die brutale Räumung der Besetzung bei nassem und kaltem Wetter Kraft gekostet hat. Zu einer regenerativen und nachhaltigen Protestkultur gehört es dazu, dass die Weihnachtszeit genutzt wird, um sich von den Strapazen zu erholen. Doch weiterhin halten Aktivisti* die Camp-Strukturen in Dannenrod aufrecht und die lokale Bevölkerung unterstützt die Besetzung unermüdlich. Die Akivisti* im Danni und die Bürgis vor Ort haben etwas ganz Besonderes geschafft, das die Rodung des Danni und den Bau der A49 überdauern wird: Sie haben einen Großteil der Klimagerechtigkeitsbewegung mit ihren verschiedensten Akteur:innen und Menschen trotz Corona-Pandemie mobilisiert, um für den Erhalt gesunder Mischwälder, für die Mobilitätswende, gegen den skandalösen Einfluss von Großkonzernen in der Politik (Ferrero) und gegen Polizeigewalt zu protestieren. 

Wer einmal im Danni war, der möchte unbedingt wieder hin. Denn an diesem Ort werden Utopien einer alternativen Lebensweise tagtäglich gelebt. Die Menschen vor Ort planen die Strukturen bis mindestens März aufrechtzuerhalten und darüber hinaus ist im April ein Klima-Camp geplant, auf dem in Workshops und Veranstaltungen neue Protestformen und Themen erarbeiten werden sollen. Ich freue mich schon, bald wieder in den Danni fahren zu können und ermutige jede:n Radikali mit ihren Möglichkeiten, die Besetzung weiterhin zu unterstützen. Nie war es schwieriger, eine Autobahn in Deutschland zu bauen! 

Weitere Infos findet ihr hier: https://wald-statt-asphalt.net/de/

Sachspenden gibt es momentan mehr als genug. Geldspenden sind immer hilfreich. 

 Autor: Matti
Foto: Copyright Jörg Finus

Der partizipative klimaplan

Wir schreiben mit Euch, Berlins Bürger:innen, der Klimagerechtigkeitsbewegung, Wissenschaftler:innen und städtischen Initiativen und Organisationen, gemeinsam den Klimaplan, mit dem unsere Hauptstadt bis 2030 nettonull Emissionen erreichen kann.

Starke Ansätze sind schon da - jetzt gilt es, diese existierenden Ideen und versierten Menschen in einem transparenten Prozess zusammenzubringen. Gemeinsam entwickeln wir ein Konzept, das wir als radikal:klima politisch umsetzen - wissenschaftlich fundiert und partizipativ!

Dafür brauchen wir Deine Unterstützung!