warum wir politisch aktiv werden

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Viele Menschen in Berlin fordern eine ambitionierte Klimapolitik, damit wir das globale 1,5°-Limit einhalten.

Berlin ist das Herz der deutschen Klimabewegung. Eine Viertelmillion Menschen hat hier im vergangenen Jahr demonstriert, über 40.000 haben für die Volksinitiative Klimanotstand unterschrieben. Die Reaktionen aus der Politik sind verhalten. “Klimapakete” wurden geschnürt, eine “Klimanotlage” ausgerufen, aber die nötige Transformation bleibt aus.

02/

Wir haben nur noch 10 Jahre, um auf Null Emissionen zu kommen.

Aus gutem Grund hatten sich die Staaten der Welt 2015 in Paris darauf geeinigt, die Erhitzung möglichst auf unter 1,5° zu beschränken. Doch das Klima bricht seitdem immer neue Negativrekorde. Zunehmend gewaltige Extremwetterereignisse kosten weltweit Menschenleben und gefährden auch in Deutschland unser geordnetes Zusammenleben. Globale Ökosysteme geraten immer weiter aus dem Gleichgewicht – ihnen droht der Kollaps. Der Umweltrat der Bundesregierung stellte in diesem Jahr fest, dass unser CO2-Budget bei linearer Reduktion gerade einmal bis 2032 ausreicht. Während immer mehr Wissenschaftler:innen in immer schärferen Tönen warnen, steuern wir weiter unaufhaltsam auf extremgefährliche Klima-Kipppunkte zu. So darf es nicht weitergehen.

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Wenn wir in der kommenden Legislatur (ab 2021) die Weichen richtig stellen, werden wir das schaffen.

In zehn Jahren unser gesamtes Wirtschafts- und Versorgungsmodell umbauen, alle Emissionen auf Netto Null bringen – das stellt uns vor beachtliche Herausforderungen. Nur wenn wir bereit zu radikalem Wandel sind und diszipliniert das Notwendige tun, haben wir eine Chance. Technologisch sind wir vorbereitet und die Dringlichkeit ist weiten Teilen der Bevölkerung bewusst. Was fehlt ist der politische Wille.

04/

Es gibt keine Partei im Parlament, die einen Plan hat, um das Notwendige umzusetzen.

Leider gibt es keine etablierte Partei, die bereit ist, die wichtigen Fragen zu stellen. Alle sind sie zu eingebunden in das fossile Wachstumssystem und zu stark ausgerichtet an Machterweiterung und Machterhalt. Wir dürfen uns nicht länger in Diskussionen um Maßnahmen verlieren, wenn der Gesamtkurs nicht stimmt. Angesichts der Klimakrise darf es keine politischen Gewinner- und Verliererthemen geben.

05/

Deshalb muss die Klimagerechtigkeitsbewegung selbst ins Parlament.

Parteipolitisch bisher ungeprägte Menschen werden eine ganz neue Dynamik ins Abgeordnetenhaus bringen und verkrustete Machtstrukturen infrage stellen. Die Klimabewegung hat verstanden, dass sie tatsächlich um ihre Zukunft kämpft. Das gibt ihr Kraft und den notwendigen Idealismus, um wirkliche Veränderung anzustoßen. Die Wissenschaft haben sie dabei an ihrer Seite.

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Wir stehen vor der größten Herausforderung unserer Geschichte. Wir stehen auch vor der größten Chance unserer Geschichte.

Es steht viel auf dem Spiel. Aber wir haben umso mehr zu gewinnen. Die Rekonstruktion nach Covid-19 sollten wir dazu nutzen, unsere Wirtschaft an den tatsächlichen Bedarf der Menschen und den planetaren Grenzen auszurichten. Wir können uns endlich lösen von der vielseits verurteilten Konsumgesellschaft und unsere Stadt gerechter und ökologischer machen. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass demokratischer Wandel möglich und Politik nicht nur für „Profis“ ist.

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Wir müssen jetzt handeln. Sonst ist es für uns, unsere Kinder und unzählige Menschen auf dem Planeten Erde zu spät.

Wir – das sind all diejenigen, die die Augen vor der Wahrheit nicht länger verschließen und bereit sind, das Gemeinwohl über unser individuelles Wohl zu stellen.

Müssen – weil uns die moralischen Aspekte des drohenden Leids zur Verzweiflung bringen, weil wir unsere eigene Zukunft niemals kampflos aufgeben werden, weil die Transformation für uns Menschen alternativlos ist.

Jetzt – das heißt umgehend, sofort und unnachgiebig, da der CO2-Gehalt in der Atmosphäre schon jetzt viel zu hoch ist und die Emissionen weiter steigen.

Handeln – das heißt laut sein, Strukturen in Frage stellen, für unser aller Recht auf Zukunft und Unversehrtheit kämpfen, aufklären und gestalten!